Was ist ein Leerverkauf? – Alles was du zu Leerverkäufen wissen musst

Was ist ein Leerverkauf

Was ist ein Leerverkauf? – Der Leerverkauf ist seit langem eine beliebte Handelstechnik für Hedgefonds Manager und Spekulanten. Immer mehr gehen aber auch Einzelanleger, das erhebliche Risiko eines Kapitalverlusts ein und shorten verschiedenste Aktien.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Leerverkauf?

Als Leerverkauf oder Short Sell bezeichnet man den Verkauf von Aktien, die der Verkäufer nicht besitzt oder sich von einem Broker geliehen hat. Die Aktien werden zu einem späteren Zeitpunkt zurückgekauft und an den Besitzer zurückgegeben.

Anleger nutzen Leerverkäufe wenn sie denken, dass der Kurs einer Aktie sinkt. Dabei müssen sie sich sicher sein, dass sie, wenn sie die Aktie heute verkaufen, später dazu in der Lage sein werden, die Aktie zu einem niedrigeren Preis zurückzukaufen. Ist das der Fall, machen sie einen Gewinn aus der Differenz Ihres Verkaufs und Kaufs. Das Leerverkaufen wird häufig als spekulative Strategie genutzt. Andere Anleger wollen wiederum nur Ihr Abwärtsrisiko absichern, wenn sie Long Positionen im Portfolio haben.  

Sind Leerverkäufe erlaubt?

Es gibt Zeiten, in denen die Aktienkurse schnell fallen und die Marktrisiken höher sind. Hier greifen die Aufsichtsbehörden meist ein und schränken den Einsatz von Leerverkäufen entweder ein oder verbieten ihn, bis die Ordnung wieder hergestellt wird.

Inwiefern solche Maßnahmen jedoch wirken, ist eine offene Frage unter den Marktteilnehmern und Aufsichtsbehörden.

Ob ein Leerverkauf erlaubt ist hängt von den gesetzten deines Landes und der Art des Leerverkaufs ab. Ungedeckte Leerverkäufe sind in Deutschland seit 2010 nach §30 des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) verboten. Seit 2012 gilt diese Regelung für die gesamte EU.

Als ungedeckten Leerverkauf bezeichnet man den Verkauf von Aktien, die der jeweilige Anleger nicht besitzt oder bestätigt, dass er sie besitzen kann (die Existenz nicht affirmativ festgestellt wurde). Denn Normalerweise müssen Anleger sich das jeweilige Wertpapier leihen oder feststellen, dass es geliehen werden kann, bevor sie leer verkaufen.

Somit ist ein Leerverkauf in Deutschland nur möglich, wenn man sich die Aktie als Anleger beispielweise von einem Broker leiht und sie dann verkauft. Sinkt die Aktie daraufhin, kauft man sie zu einem niedrigeren Preis und gibt das Wertpapier an seinen Besitzer (in diesem Fall den Broker) zurück. Man selbst behält sich die Differenz zwischen Verkaufs- und Kaufpreis ein. Des Weiteren können jegliche Arten von Leerverkäufen für bestimmte Zeiträume eingeschränkt bzw. verboten werden.

Wie shortet man Aktien?

  1. Suche dir eine Aktie aus, die du leerverkaufen möchtest.
  2. Vergewissere dich, dass du ein Margin Konto bei deinem Broker hast und über die notwendigen Berechtigungen verfügst, um eine Short Position zu eröffnen.
  3. Gib deine Leerverkaufsorder für die entsprechende Anzahl von Aktien ein. Sobald du die Order abschickst, leiht der Broker dir die Aktien und verkauft sie in deinem Namen auf dem offenen Markt.
  4. Irgendwann muss die Short Position geschlossen und die Aktien zurückgekauft werden. Die geliehenen Aktien gehen an den Broker zurück.
  5. Ist der Kurs in diesem Zeitraum gesunken, können die Aktien zu einem niedrigeren Preis zurückerworben werden. Die Differenz ist dein Gewinn. Ist der Kurs in diesem Zeitraum gestiegen kostet der Rückkauf mehr und du hast einen Verlust gemacht.

Risiken vom Leerverkauf

Bei einem Leerverkauf setzt man sich einem potenziell hohem finanziellen Risiko aus. Denn wenn der Kurs einer geshortetetn Position nach oben schießt, muss die Aktie schnell zurückgekauft werden. Geschieht das zu spät, erleidet man einen Verlust.

Man sollte nämlich nicht einfach davon ausgehen, dass die Aktie jederzeit zu einem gewünschten Preis zurückgekauft werden kann. Denn es kann zum Beispiel passieren, dass niemand die Aktie verkauft. Zudem kann es zu viele Käufer geben, die aufgrund einer Vielzahl von weiteren Leerverkäufen, nun Aktien zum niedrigen Preis kaufen.

Risiko beim Leerverkauf

Zudem sind Verluste bei Leerverkäufen quasi unbegrenzt. Wenn du eine Aktie kaufst, kannst du nie mehr als dein investiertes Kapital verlieren. Wenn du jedoch eine Aktie bei 100€ leerverkaufst und der Wert sich verzehnfacht, dann kostet dich das Zurückkaufen und schließen der Position 1000€. Und da der Wert einer Aktie fast „unbegrenzt“ steigen kann, gibt es auch kein Limit für die Summe an Geld die du – ohne Absicherung – verlieren kannst.

Was ist ein Short Squeeze?

Ein Short Squeeze ist ein durch Leerverkäufe und Kaufdruck entstehendes Phänomen an den Finanzmärkten. Hierbei zwingt ein starker Anstieg des Preises einer Aktie die Händler, die zuvor Leerverkäufe getätigt haben, ihre Position zu schließen. Der Kaufdruck verdrängt die Leerverkäufer so aus dem Markt.

Ein Short Squeeze führt meist zum weiteren Anstieg des Kurses und zwingt weitere Leerverkäufer dazu, ihre Positionen einzudecken. Denn Händler, die zuvor leer verkauft haben, müssen nun schnellst möglich zurückkaufen, um keine hohen Verluste zu erleiden. Das macht den Kaufdruck am Markt noch stärker, wodurch der Preis der Aktie weiter ansteigt.

Ein Beispiel dafür ist der in diesem Jahr größte Short Squeeze der Gamestop Aktie (GME), deren Kurs durch den Kampf zwischen Privatanlegern und Hedgefonds innerhalb kürzester Zeit durch die Decke schoss. Hier hat die Masse an kaufenden Kleinanlegern, die sich durch Plattformen wie der Reddit Community zusammenschlossen, dafür gesorgt, dass Hedgefonds ihre leerverkauften Positionen durch Rückkäufe decken mussten.

Falls du vor der Entscheidung stehst, ob du mit dem Anlegen beginnen solltest, lies auch unseren Beitrag „Warum Aktien kaufen?“. Hier geben wir dir 8 Gründe mit dem Investieren zu beginnen.

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